Geburtshilfe

Weiterbildung für Hebammen und Geburtshelfer

Leider gibt es immer noch viel zu wenige, gut ausgebildete Hebammen und Geburtshelfer in Ghana. So nehmen werdende Mütter oft viele Kilometer Fußmarsch auf sich, um in die nächste Geburtsklinik zu gelangen. Oder sie bleiben notgedrungen zu Hause, zur Geburt. Nicht selten kommt es dabei zu Komplikationen.

Wir unterstützen die Ausbildung und Weiterbildung von Hebammen, traditionellen Hebammen (Traditional Birth Attendance) und Geburtshelfern.
Workshops werden von uns finanziert, bzw. Unterrichtsmaterialien, Kreißsaalmobiliar und Ausrüstung werden per Container nach Ghana gebracht.


Unser Ziel ist es, eine flächendeckendere Versorgung mit Hebammen in den ländlichen Regionen der Volta-Region zu gewährleisten.

Notsi Nana - Ein Stillsong für die Milleniumsziele der UN


Stillen ohne Zufüttern ist gut für Mutter und Kind. (Refrain)

Notsi Nana tsimatoe la
(Notsi: Brustwasser, Nana: geben, tsimatoe la: ohne Wasser zuzugeben)
Enyona vi kple dada
(Enyona: Ist gut für, vi: Baby, kple: und, dada: Mutter)

1) Es gibt dem Kind alle Nährstoffe
und schützt vor Brustkrankheiten.

2) Es hilft dem Kind, gut zu wachsen
und dient der Familienplanung.

3) Es lässt das Kind gesund bleiben
und hilft der Mutter, Geld zu sparen.

4) Es fördert das Gehirnwachstum des Babys
und fördert eine starke Bindung zwischen Mutter und Kind.



Aus unserer Sicht scheint es überraschend, dass das Stillen in Ghana beworben werden muss. Für uns ist es doch das Natürlichste auf der Welt.
Frauen in Ghana stillen selbstverständlich in der Öffentlichkeit, ganz im Gegensatz zu Deutschland.

Aber ghanaische Frauen wissen genau, dass in Europa Babys mit dem Fläschchen aufgezogen werden.
Und das muss dann wohl, so denken sie, das Beste für ein Baby sein. Sie möchten es uns gleich tun. Denn europäische Frauen sind ihre großen Vorbilder.

Wenn in Deutschland eine Hebamme eine Nachsorge bei einer Migrantin aus Afrika macht, ist sie manchmal damit konfrontiert, dass ihre Patientin sehr gerne zufüttert oder sogar gar nicht stillt. Wenn sie schon in Europa ist, dann will sie nur "das Beste“ für Ihr Kind.

Das Zufüttern von Wasser oder milchähnlichen Flüssigkeiten hat für Säuglinge in den Tropen nicht selten gesundheitliche Probleme zur Folge. Der Nestschutz wird gestört, und die Flüssigkeiten können stark keimbelastet sein. Krankheiten wie beispielsweise Durchfall können für Kinder in Ghana schnell tödlich enden.

Sicher können wir die Arbeit der ghanaischen Hebammen unterstützen, indem wir mehr Bildmaterial von europäischen stillenden Müttern zur Verfügung stellen. Zudem haben wir das "Notsi Nana"-Video online gestellt und hoffen auf eine weite Verbreitung im ghanaischen Netz!

Damit helfen wir auch, eines der Milleniumsziele der Vereinten Nationen zu verwirklichen, nämlich die Säuglingssterblichkeit in Westafrika zu verringern.